Osterprojekttage

Endlich war es soweit – alle Schüler der Grundschule Schönwalde begaben sich auf die Reise in „Karas Lutkiland“.

Seit zwei Jahren verfolgen wir in der Grundschule Schönwalde, in unserem Schulkonzept verankert, das Thema: „Meine Heimat hat eine wechselvolle Geschichte“. Zuerst versuchten wir die Beziehung der Preußen und Sachsen in unserer Region unter die Lupe zu nehmen, nun suchen wir in diesem Jahr nach Spuren sorbischer/ wendischer Identität in unserer Heimat.

Schon seit Schuljahresbeginn proben Kinder aus den Klassen 4, 5 und 6 im Chor sowie in der Schauspiel- und Tanzgruppe für das Musical „Kara im Lutkiland“. Auch eine Kunstgruppe kümmert sich um die kreative Rundumgestaltung.

Die große Aufführung, auf die letztendlich alle 149 Kinder der Schule in verschiedenen Bereichen hinarbeiten, soll am 24. Juni 2016 in der „hauseigenen“ Turnhalle sein.

An zwei Projekttagen vor den Osterferien, am 21. und 22. März 2016, begannen unsere Schüler aus den Einzugsgemeinden Schönwalde, Waldow, Freiwalde, Krausnick, Schlepzig, Groß Wasserburg, Niewitz und Reichwalde, bewusst zu entdecken, ob sie nicht selbst im sagenumwobenen Lutkiland – dem Spreewald – wohnen. Und tatsächlich erkennen unsere Schülerinnen und Schüler die Frauen mit ihrer „Spreewaldtracht“ bzw. die Festtagstracht der Sorben/ Wenden der Niederlausitz wieder. Oder sie bemerken den Zusammenhang zu noch heute stattfindenden Bräuchen. So gab es oft den Ausruf: „Ja, wir feiern auch Fastnacht.“

Für die beiden Projekttage vor Ostern waren in den Genres Tanz, Chor und Schauspiel Intensivproben angesetzt. So steht uns von Anfang an mit Herrn Apel ein kompetenter Mitdenker und Projektorganisator wöchentlich zur Seite. Er probt zudem mit den Kindern der Schauspielgruppe. Aber auch als gelernter Choreograph übt er mit den Erst- und Zweitklässlern den Lutkitanz ein.

 Beim Chor unterstützte uns zudem der Sänger und Musikpädagoge Gerald Schön im Auftrag der Kula – gilt es doch, die eine oder andere Textzeile der Lieder in sorbischer Sprache zu singen. Durch die Kooperation der Schule mit dem Tanzclub 94 e.V. aus Lübben haben wir mit Frau Fischer ebenfalls eine fachkundige Partnerin gewonnen.Leider war sie in der Osterwoche durch Krankheit verhindert.

Für manch andere Schülerin und Schüler begann aber die Reise ins Lutkiland wirklich erst während der Projekttage. Beim Kennenlernen der sorbischen Sagenfiguren vielleicht? Oder beim „sorbischen Ostereiermalen“? Oder beim Waleien? Oder bei der Beschäftigung mit verschiedenen Bräuchen bei uns sowie der aufkommenden Erkenntnis, dass das Bekannte sorbisch/ wendischen Ursprungs ist?

Im Namen unserer Schüler und Schülerinnen möchten wir uns bei allen Gästen bedanken, die uns während der zwei Projekttage so inhaltsreich und freudvoll unterstützten und einen großen Anteil am Gelingen beider Tage hatten.

Danke den Kolleginnen Frau Schwella und Frau Heyder vom Witaj Sprachzentrum aus Cottbus. Hatten Sie doch für jede Klasse eine Aktion mit den Sagenfiguren Plon, Schlangenkönig, der Mittagsfrau, dem Wassermann, den Lutkis und dem Irrlicht geplant.

Danke an Frau Tschöpel und Marie-Christin Görsch von der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung "die insel" aus Lübben für ihren Enthusiasmus beim Verzieren der Ostereier nach der alten sorbischen Wachsreservetechnik. Sie haben es auf sich genommen, mit ihrem ganzen Equipment zum Gestalten „sorbischer Ostereier“ in unsere Schule zu kommen.

Ein Dankschön auch an Frau Brunner vom Spreewald-Frauenchor Lübben, welche den Kindern sorbische Osterbräuche nahebrachte und sich in ihrer schönsten Tracht, der Festtagstracht der Sorben/ Wenden der Niederlausitz zeigte.

Herzlichen Dank auch an unsere Kahnfährfrau aus Schlepzig. Frau Huber kam mit ihrer Tochter Aliena in sorbischer Tracht gekleidet und wusste darüber Wissenswertes zu berichten. Da staunten nicht nur Alienas Klassenkameraden.

Bleibt uns noch zu wünschen, dass wir auf unserer „Reise durchs Lutkiland“ bis zum 24. Juni 2016 weitere Wegbegleiter finden und noch viele interessante Spuren entdecken werden, die uns von unserer sorbisch/wendischen Vergangenheit erzählen.

Susann Herrmann

im Auftrag des Lehrerkollegiums der Grundschule Schönwalde



































 

 


















 








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